Voll des Heiligen Geistes?
Hallo Du,
heute komme ich dir vielleicht zu nahe,
doch es geschieht aus Liebe und in der Hoffnung, dass wir im Glauben
weiter wachsen und Anteil an der Herrlichkeit Gottes haben. Ja, dass wir für Gott
bevollmächtigt werden durch die Kraft des Heiligen Geistes.
Jesus ist gekommen, damit wir mit Gott Leben im Überfluss haben. Doch haben wir diesen Überfluss?
Ist Jesus immer unser Herr oder gehen wir doch noch eigene Wege? Was fließt aus uns über? Sind es Furcht, Sorgen, Ängste und
Verzagtheit oder gar Stolz, Hochmut, Verärgerung, Enttäuschung und Minderwertigkeit? Oder sind es selbstlose Liebe, unendliche Güte und
beständige Freundlichkeit?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass natürlich jede Christin und jeder Christ vom Heiligen Geist beseelt sein möchte und vielleicht auch glaubt, in ihm zu wandeln, doch tatsächlich fehlen manchmal Begeisterung, Kraft und Erkenntnis.
Jesus sagt uns in Joh 16, 12-14 zu: Ich hätte euch noch viel zu sagen, aber ihr wärt jetzt überfordert. Doch wenn der ´Helfer‘ kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch zum vollen Verständnis der Wahrheit führen. Denn was er sagen wird, wird er nicht aus sich selbst heraus sagen; er wird das sagen, was er hört. Und er wird euch die zukünftigen Dinge verkünden. Er wird meine Herrlichkeit offenbaren; denn was er euch verkünden wird, empfängt er von mir.
Und in der Apostelgeschichte 1,8 heißt es: Aber ihr werdet den Heiligen Geist empfangen und durch seine Kraft meine Zeugen sein in
Jerusalem und Judäa, in Samarien und auf der ganzen Erde.
Der Heilige Geist ist der Geist Gottes, der Geist des Lebens und Glaubens, der Geist der Wahrheit und der Gnade und der reinigenden und der bevollmächtigenden Kraft.
Je mehr wir uns vom Geist Gottes und seiner Liebe leiten lassen, desto mehr sind wir uns der Gegenwart Gottes bewusst und desto mehr erkennen und lieben wir unseren Herrn, Jesus Christus. Wer mit dem Heiligen Geist erfüllt ist, der ist mit Christus erfüllt und mit Liebe durchtränkt.
Es schmerzt mich, wenn ich erkenne, dass Christen sich nicht nach dem Heiligen Geist sehnen, sich nicht nach Gottes Liebe sehnen, nach Veränderung im Geist, nach Erfüllung, Gelassenheit und Frieden. Es schmerzt mich, wenn ich Gleichgültigkeit oder einen Mangel an Kenntnis gegenüber Gottes Wort erkenne, wo ich doch weiß, wie sehr Gott sich danach sehnt, uns Erkenntnis über uns selbst und besonders über sich zu geben. Es schmerzt mich, wenn ich sehe, wie Stolz den Heiligen Geist abweist und wie Furcht ihn behindert; wenn Menschen Geheimnisse vor Gott haben, ihm nicht oder nicht völlig vertrauen oder wie sie immer wieder in alte Gewohnheiten zurückfallen.
Niemand kann zwei Herren gleichzeitig dienen. Wer dem einen richtig dienen will, wird sich um die Wünsche des anderen nicht kümmern können. Er wird sich für den einen einsetzen und den anderen vernachlässigen. …. Es soll euch zuerst um Gottes Reich und Gottes Gerechtigkeit gehen, dann wird euch das Übrige alles dazugegeben. (Mt 624. 33)
Der Heilige Geist braucht offene und natürliche Menschen, Durstige und Hungrige. Menschen, die sich auf ihn einlassen, die ihn in sich und durch sich wirken lassen; spontane Menschen, die das Ungewohnte und scheinbar Wiedersinnige zulassen. Wer dagegen nach eigener Wichtigkeit trachtet, Lob erwartet, hartnäckig und unbelehrbar reagiert, sich ärgerlich oder ungeduldig gibt, noch unehrlich, selbstsüchtig und lüstern ist und sich nach weltlichen Dingen mit Macht oder Status ausstreckt, bei dem hat der Heilige Geist wenig Chancen. Bei dem sind die eigenen Begierden noch zu laut und zu vordringlich. Der will sich nicht ganz auf Gott und seinen Geist einlassen. Der bleibt lieber am Rand seines alten Lebens, anstatt sich ins neue Leben, ins gelobte Leben, in die Fülle von Gottes Herrlichkeit überführen zu lassen.
Wer durstig ist, soll zu mir kommen und trinken – jeder, der mir vertraut! Denn in den Heiligen Schriften heißt es: ›Aus seinem Innern wird lebendiges Wasser strömen. Jesus meinte damit den Geist Gottes, den die erhalten sollten, die ihn im Glauben annehmen (Joh 7,37-39)
Glücklich sind, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie sollen satt werden. (Mt 5,6)
Baue auf die göttlichen Verheißungen und erwarte vom Geist Gottes erfüllt zu werden. Sei offen für ihn, gebe ihm Raum und er wird da sein, unverhofft, erhellend, erfüllend und sinngebend sowie nachdrücklich, beständig und fortwährend. Du wirst ihn erkennen an seinen Früchten, denn:
Der Geist Gottes bringt in unserem Leben nur Gutes hervor: Liebe und Freude, Frieden und Geduld, Freundlichkeit, Güte und Treue, Besonnenheit und Selbstbeherrschung. (Gal 5,22-23a)
Unser Leben, unser Empfinden und Fühlen, unser Denken, Reden und Tun, zeugt immer mehr von der Liebe und Barmherzigkeit und Gnade Gottes und der Errettung und Befreiung durch Jesus. Wir sind getragen von Liebe zu den Mitmenschen, denen wir zum Nächsten werden, und zur Schöpfung insgesamt. In allem erkennen wir Gottes Weisheit und Wirken. Und die Führung im Geist ist entlastend und beglückend.
Ist es erstrebenswert, mit dem Heiligen Geist gefüllt zu werden? Eindeutig ja! Doch sollte man wissen, dass ein geisterfüllter Christ sehr bewusst lebt und erlebt, oft gegen den Strom schwimmt. Er empfindet die Polaritäten und Spannungen in der Welt intensiver und schmerzlicher. Doch in seiner Ohnmacht erkennt er immer wieder, dass nur der Weg der Liebe Frieden gibt. Für das Erleben, Erkennen und Geführt werden ist er sehr dankbar. Sein Leben ist abwechslungsreich und manchmal auch abenteuerlich. Und er hat seine Freude am sichtbar werdenden Wirken Gottes.
Doch der geisterfüllte Christ ist kein Supermann. Er bleibt Mensch, den Herausforderungen, Versuchungen und Problemen der Welt und Zweifeln ausgesetzt. Er wird dem Weltlichen oft nicht widerstehen können, doch er weiß, wo er zuhause ist. Er bringt seine Verfehlung vor Gott und bleibt an ihm, im Leiden und in der Freude. Nur mit Gott ist das Leben lebenswert.
Wer nach Gott strebt, also seine Beziehung mit Gott pflegt, sich mit seinem Wort intensiv auseinandersetzt und seine Herzensverbindung an Jesus immer wieder erneuert, der wächst im Geist mit ihnen immer stärker zusammen.
Und das Beste ist: Gott ist gnädig. Er gießt die Fülle und die Kraft seines Heiligen Geistes in die, die er auswählt, ihm zu dienen und seine Gemeinde mitzubauen. ‚Der Heilige Geist ist Gottes Bestätigung, dass wir ihm gehören und dass er tun wird, was er versprochen hat. Der Heilige Geist ist wie eine Anzahlung oder wie eine Unterschrift, die einen Vertrag in Kraft setzt. Die Gegenwart des Heiligen Geistes in uns verdeutlicht die Echtheit unseres Glaubens; sie beweist uns, dass wir Gottes Kinder sind und sichert uns das ewige Leben zu. Seine Macht wirkt in uns, um uns umzugestalten; und was wir heute erleben, ist ein Vorgeschmack auf die völlige Verwandlung, die wir in der Ewigkeit erfahren werden.‘ (Aus: Begegnung fürs Leben – Studienbibel, Anmerkung zu Epheser 1, 13-14)
Ich baue auf das, was Jesus sagt: Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch bleibt in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und erkennt ihn nicht; ihr aber erkennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. (Joh 14, 16-17)
