Seelenfrieden!? (Ps 120,6-7)

 

Viel zu lange wohnt meine Seele nun schon unter Menschen, die den Frieden hassen. Ich selbst suche den Frieden, doch was ich auch sage, sie sind nur auf Krieg aus! (Ps 120,6-7)

 

Hallo Du,

würdest du von dir sagen, dass du immer Seelenfrieden hast, dass in dir Friede ist, dass du völlig im Einklang mit dir und deiner Umwelt lebst?

 

Wenn du diese Frage aus ganzem Herzen bejahen kannst, bist du bereits gesegnet und geheiligt. Du lebst zwar noch in dieser Welt, bist aber nicht mehr von dieser Welt. Du bist geläutert und reingewaschen an Körper , Geist und Seele. Halleluja, du hast dein Lebensziel erreicht!

 

Falls dies aber nicht so ist, geht es dir so wie mir und den meisten Menschen: Du sehnst dich nach Frieden, weil es in dir rumort. Der Einklang mit dir und deiner Umwelt ist noch nicht hergestellt. Du lebst in Unfrieden, in einem Zustand der Gereiztheit, der durch ständige Unstimmigkeiten hervorgerufen wird. Welche Unstimmigkeiten könnten das sein?

 

Vielleicht sind es Gezänk, Kontroversen, Meinungsverschiedenheiten, Reibereien oder Streitigkeiten, vieleicht auch Konflikte, Zwietracht, Zwistigkeiten und Feindseligkeiten oder auch Unzufriedenheit mit allem möglichen, enttäuschte Vorstellungen, Erwartungen, Hoffnungen und Absichten, Aufbegehren gegen unangenehme Realitäten, unterschwellige Ängste, Minderwertigkeitsgefühle oder sonstige Begrenztheiten und Grenzen.

 

In den biblischen Klageliedern können wir nachlesen, wohin Unzufriedenheit führt, nämlich in Selbstgerechtigkeit, Verbitterung, Selbstmitleid, Depression und Kraftlosigkeit, aber auch zu einer not-wendigen Entscheidung: Kämpfe ich weiter gegen meine scheinbaren Gegebenheiten an oder akzeptiere ich sie als Herausforderung zu innerem Wachsen, als eine Prüfung zu Läuterung und Besserung?


Will ich weiterhin alles selbst regeln oder habe ich die Hoffnung, dass Gott treu und gerecht ist,

dass er auch mich liebt, mir gegenüber barmherzig ist und mich mit ihm und meiner Umwelt versöhnt?

Hoffe ich darauf, dass er mir wieder seinen Segen schenkt, mit neuer Gemeinschaft,

mit wiederhergestellter Sicherheit und Gesundheit, mit Vertrauen, Demut und Ergebenheit,

mit der Einsicht in die Notwendigkeiten und dem Willen zum Hinnehmen widriger Gegebenheiten.

Ist Gott für mich der allwissende, liebevolle und weise Lenker, dessen Wege und Entscheidungen ich akzeptieren kann, damit ich meinen inneren Frieden wieder finde?

 

In Kap 3,1-23 lesen wir:

Ach, wie viel Elend muss ich ertragen! Ich bin der Mann, den Gott mit seiner Rute schlägt.

Er hat mich immer tiefer in die Finsternis getrieben. Tag für Tag trifft mich seine strafende Hand. Davon bin ich abgemagert, alt geworden; meine Knochen hat er zerschlagen. Bitteres Leid und Erschöpfung haben mich überwältigt, er hat es über mich gebracht. In Dunkelheit lässt er mich zurück, als wäre ich schon lange tot. Mit schweren Ketten hat er mich gefesselt und mit hohen Mauern umgeben, ich komme nicht mehr heraus!

Wenn ich schreie und um Hilfe rufe, so verschließt er sich meinem Gebet. Wohin ich mich auch wende – er hat
meine Wege mit großen Steinen versperrt. Ich komme nicht mehr weiter.

Gott hat mir aufgelauert wie ein Bär, wie ein Löwe in seinem Versteck.

Er hat mich vom Weg gedrängt, mich zerfleischt und hilflos liegen lassen. Er spannte seinen Bogen, zielte mit seinem Pfeil auf mich und schoss mir mitten durch das Herz. Mein Volk verlacht mich Tag für Tag, sie singen Spottlieder auf mich.

Gott reicht mir bittere Kräuter zu essen und füllt mir den Becher mit Wermut. Er gibt mir Steine statt Brot, er tritt mich tief in den Staub. Was Frieden und Glück ist, weiß ich nicht mehr.

Du, Herr, hast mir alles genommen. Darum sagte ich: „Meine Kraft ist geschwunden, und meine Hoffnung auf den Herrn ist dahin. Meine Not ist groß, ich habe keine Heimat mehr. Schon der Gedanke daran macht mich krank. Und doch denke ich ständig daran und liege am Boden.“

Aber eine Hoffnung bleibt mir noch, an ihr halte ich fest: Die Güte des Herrn hat kein Ende, sein Erbarmen hört niemals auf, es ist jeden Morgen neu! Groß ist deine Treue, o Herr!

 

Der hier Klagende hat sich entschieden. Er akzeptiert seine Gegebenheiten und hält an seiner Hoffnung fest: ‚Die Güte des Herrn hat kein Ende, sein Erbarmen hört niemals auf, es ist jeden Morgen neu!‘ Diese Hoffnung ist ihm eine helfende Leitlinie. Akzeptieren bringt ihm den Seelenfrieden zurück!

 

Was ist mit mir und mit dir? Entscheiden wir uns für weiteres, unbeugsames Aufbegehren verbunden mit Verkrampfung und Unzufriedenheit oder nehmen wir unser Leben an wie es ist und machen mit Gottes Hilfe das Beste daraus? Respektieren und tolerieren wir unsere Umstände, unsere Mitmenschen und auch uns selbst oder lehnen wir sie ab und uns dagegen kämpferisch aber aussichtslos auf.

 

Was wir in uns haben, kommt auch aus uns heraus. Leben wir in Unfrieden, dann verbreiten wir Unfrieden. Leben wir in Frieden, dann schaffen und stiften wir Frieden, dann leben wir in umfassendem Glück, in persönlichem und gemeinschaftlichem Wohlergehen, in einem gesegneten Leben, in gelungenen Beziehungen zueinander, zu sich selbst, zur Umwelt und zu unserem gütigen Gott. Unsere Beziehung zu Gott ist der Schlüssel für unseren Seelenfrieden. Lassen wir sie von ihm und Jesus und seinem neuen Geist heilen.

 

Möge Gott euch mit seinem Frieden erfüllen und euch helfen, ohne jede Einschränkung ihm zu gehören. Er bewahre euch, damit ihr fehlerlos seid an Geist, Seele und Leib, wenn unser Herr Jesus Christus kommt. (1.Thess 5,23)

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