Ich schaffe das nicht!!!
Hallo Du,
wer rastet der rostet, wer sich nichts zutraut, wird niemals etwas wagen,
wer sich immer wieder sagt (einredet), dass für ihn etwas nicht möglich ist,
für den wird es auch unmöglich bleiben.
Ich erzähle euch dazu zwei Geschichten:
Da war ein Mann, der litt unter Kontaktängsten. Das führte dazu, dass er zurückgezogen und einsam lebte, obwohl er das gar nicht wollte. Schließlich führte ihn das in eine anhaltende Depression. Nach längerer Qual mit vielen Hochs und Tiefs suchte er schließlich einen Psychotherapeuten auf und der sagte ihm nach mehreren Sitzungen, dass seine Kontaktangst angelernt sei und dass man sie auch wieder verlernen könne. Das müsse man nur konsequent arbeiten und eine neue Verhaltensweise einüben. Dazu wurde dem Mann jeweils bis zum nächsten Gesprächstermin eine konkrete Aufgaben gestellt, die für ihn eine echte Herausforderung war. Anfangs sollte er sich an einer Bushaltestelle zu den wartenden Menschen stellen und dort bleiben solange er es aushielt. Dann sollte er das gleiche wieder tun, doch er durfte , nachdem er die Menschen nicht mehr ertragen konnte, sich auf einem kleinen Spaziergang entspannen. Dann sollte er sich wieder an eine Bushaltestelle stellen.
Tatsächlich lernte er, dass das gar nicht so schlimm war und dass er es aushalten konnte, obwohl es ihm nicht gefiel. Außerdem lernte er, dass ihm dabei nichts passierte.
Eine nächste Aufgabe war, durch die Menschenmenge in einer Fußgängerzone zu gehen. Auch hier durfte er kurze Auszeiten nehmen und sich zwischenzeitlich zurückziehen, doch er sollte es immer wieder wagen. Die Aufgaben wurden immer schwerer. Irgendwann sollte er lernen, mit einem Aufzug zu fahren und mit fremden Menschen kurzzeitig auf engem Raum eingeschlossen zu sein, oder er sollte ins Kino gehen, um mit vielen Menschen in einem Raum zusammen zu sein.
Das alles fiel ihm zunächst sehr schwer, aber im Laufe der Zeit gewöhnte er sich daran und er erkannte, dass die meisten Menschen ihn nicht bedrängen oder verletzen wollen, sondern dass er darauf vertrauen konnte, dass ihm nichts Böses passiert. Schließlich wurde er sogar stolz darauf, dass er sich und seine Ängste überwinden konnte und dass er Mut fand, immer neue Hemmnisse und Hürden anzugehen und nach und nach zu beseitigen.
Im Laufe der Zeit verlernte er seine Ängste und er öffnete sich wieder für Menschen. Und immer, wenn die alte Angst zurückkehren wollte, erinnerte er sich daran, dass diese Bedrohung nur in seinem Kopf war, aber in Wirklichkeit alles nicht schlimm ist.
Schließlich lernte er, dass es einen Gott gibt, der ihn liebt und der über ihm wacht, mit dem er jederzeit reden kann und dem er völlig vertrauen kann. Ja er erlebte, dass dieser Gott da ist, wenn man ihn braucht und dass der ihm, wenn es sein musste, aus schwierigen Situationen heraushilft.
Wer sich selbst nichts zutraut, der vertraut sich nicht und der vertrauet auch nicht Gott, der ihm Kraft zu leben geschenkt hat; vielmehr vertraut er dem Teufel, der ihm einreden will, dass er unfähig und kraftlos ist, und dass er auf seine bremsenden Befürchtungen und lähmenden Ängste hören sollte.
Er hätte nie gedacht, dass eine solche Veränderung möglich wäre. Er hätte nie gedacht, dass er das schaffen könnte. In seiner Enge und Angst hatte er immer geglaubt, dass er es nicht schafft, dass er solche Herausforderungen nicht meistern kann. Heute weiß er, dass solche Ängste irreal, lähmend und vernichtend sind und dass man ihnen erst gar nicht nachgeben darf.
Geht nicht, gibt es nicht! – Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! – Wer nicht geht, kommt niemals an!
Ganz egal, was es ist: wenn ich nie den ersten Schritt tue, kann auch kein zweiter und dritter folgen.
Wenn ich mir immer wieder einrede, das schaffe ich nicht oder, das kann ich nicht oder, das verstehe ich nicht, dann wird es so sein.
Hüte dich also vor dem, was du von dir denkst oder was du zu dir selbst sagst,
denn deine Gedanken und Worte lenken deine Gefühle und Entscheidungen.
Irgend wann wirst du es Glauben und es für wahr halten,
du wirst dich daran gewöhnen und dich darauf einstellen und
du wirst dein Verhalten und Tun daran ausrichten.
Die andere Geschichte handelt von einer Frau, die vor längerer Zeit ein schwere Erkrankung hatte und obwohl sie schon lange überwunden war, sagte sie doch immer wieder, dass sie für dies oder das zu schwach sei, dass sie keinen Elan hätte, dass ihr alles zu viel würde.
Und das war von ihr aus gesehen auch richtig, denn sie wollte es ja so und sie hatte es seit langem so akzeptiert. Außenstehende konnten das jedoch nicht sehen und auch nicht verstehen. Es musste da irgendwelche Gedanken und Ängste in ihrem Kopf sein, die sie immer wieder hemmten und die die Hemmung immer stärker machten. Es gab Leute, die sagten, dass ihre Not noch nicht groß genug sei, sonst würde sie schon mit ihren Ausreden aufhören und endlich etwas tun.
Hatte sie Angst vor Scheitern oder vor Verantwortung? Hatte sie kein Selbstvertrauen? Fühlte sie sich minderwertig? Lebte sie in ständigem Zweifeln? Konnte sie sich nicht entscheiden? War ihre Selbstkritik zu stark ausgeprägt? Wollte sie sich nicht hervortun? War sie zu selbstbezogen oder zu anspruchsvoll? Hatte sie das von ihrer Mutter oder von Vater übernommen, oder konnte sie sich gar selbst nicht ausstehen?
Niemand weiß das und das wusste noch nicht einmal sie selbst genau, denn sie hatte nie den Mut gefunden, in sich zu gehen und die Ursachen dafür zu ergründen.
Das aber ist notwendig, denn nur wenn mir etwas bewusst geworden ist, bin ich fähig, es dauerhaft zu ändern.
Nun, bei dieser Frau änderte sich kaum etwas. Immer wieder einmal hatte sie Hoffnung, doch die führte nur dazu, dass sie noch mehr verzweifelte. Sie erwartete ein großes Wunder, dass sie verändern sollte, ohne dass sie etwas dazu tun müsste. Dieses Wunder kam aber nicht.
Statt dessen erlebte sie viele kleine Wunder, die ihr aber zu klein und zu unbedeutend waren, um beachtet werden zu müssen und um den Trost und die Ermutigung daraus anzunehmen. Man hätte fast meinen können, dass sie krank und hilflos sein möchte!
Schließlich hat sie sich ihrem Leid und Schmerz hingegeben und sie ist am Leben gescheitert. Nur, dadurch ist für sie alles noch viel schlimmer geworden und sie wurde für andere unerträglich.
Das Leben besteht aus Höhen und Tiefen. Die Tiefen sind die Herausforderungen, über uns selbst hinauszuwachsen und die Höhen geben uns Stärke und Mut, die Herausforderungen anzunehmen, anzugehen und zu meistern.
Eine Treppe ist ein Hindernis, aber auch eine Herausforderung. Kinder versuchen immer wieder hochzukommen und irgendwann haben sie es dann geschafft und sie sind zu Recht stolz auf sich. Sie haben ein Stückchen mehr Welt erkundet. Wenn sie dann oben sind, fällt ihnen auf, dass sie nicht wieder runterkommen, weil das viel gefährlicher aussieht, denn jetzt sehen sie ja die Tiefe vor sich.
Nun, bisher sind alle Kinder die Treppe wieder runtergekommen, denn es gibt ja Mama oder Papa, die im Notfall helfen können und irgendwann haben sie dann auch gelernt, sicher, Stufe um Stufe auf dem Po, nach unten zu rutschen.
Es gibt nur eine Sache, die du verändern und verbessern kannst: Das bist du selbst.
